Stadtteilcheck im Olympischen Dorf mit der Klasse 3b der Grundschule an der Nadistraße

Liebe Leser,
wir, die Klasse 3b der Grundschule Nadistraße 3, haben am Donnerstag, den 16.07.2015 bei einem Stadtteilcheck mitgemacht. Wir durften selbst ausprobieren wie es ist, wenn man blind oder sehbehindert ist, im Rollstuhl sitzt oder gehörlos ist. Dabei hatten wir Hilfe von den Experten von „Herz und Rampen“ und von Stefan und Katharina vom OLY-Treff.
Unser Stadtteilcheck startete am OLY-Treff. Aufgeteilt in drei Gruppen prüften wir auf verschiedenen Routen das Olympische Dorf auf Barrieren und Hindernisse für Menschen mit Behinderung(en).

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Am U-Bahnhof „Olympiazentrum“ stellten wir die ersten Mängel fest. An den Fahrkartenautomaten gibt es keine Sprachsteuerung für Blinde P1030568und Sehbehinderte. Die Tasten sind zwar mit Blindenschrift gekennzeichnet, aber eine Bedienung des Touchscreens ist für Blinde und Sehbehinderte unmöglich. Außerdem gibt es für Blinde keine Möglichkeit zu erkennen auf welchem Bahnsteig die U-Bahn in Richtung Innenstadt und auf welchem die U-Bahn in Richtung Moosach fährt.

Ein Problem, das allen Gruppen aufgefallen ist, sind die vielen mit Kopfsteinpflaster P1030557gepflasterten Wege. Das Kopfsteinpflaster ist nicht nur für Rollstuhlfahrer unangenehm zu befahren, es macht auch das Gehen mit dem Blindenlangstock schwierig, da man oft in den Fugen zwischen den Steinen hängen bleibt oder mit dem Stock den Kontakt zum Boden verliert.

 

An verschiedenen Stellen im Olympischen Dorf stehen Recyclingcontainer für Altglas und Plastik. Alle diese Container sind für Rollstuhlfahrer zu hoch, um Flaschen in die Löcher zu werfen. Teilweise stehen die Container auf dem Gehweg und nach hinten versetzt, was ein Rankommen an die Löcher unmöglich macht. Vor vielen dieser Container liegen Glasscherben herum. Die Scherben sind gefährlich für Rollstuhlfahrer, da dadurch die Reifen kaputt gehen können. Außerdem fehlt eine Kennzeichnung für Blinde. Blinde haben keine Möglichkeit zu erkennen, welche Farbe in welchen Container gehört.

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Als wir eine Packstation der Post prüfen wollten, stellten wir fest, dass diese momentan wegen einer Baustelle nur über Treppen zu erreichen ist und wir sie nicht prüfen können.

Im Tengelmann in der Ladenstraße bemerkten wir schnell, dass viele Regale zu hoch für Rollstuhlfahrer sind. Außerdem sind die Gänge im Tengelmann viel zu eng für Rollstuhlfahrer. Die Regale müssten weiter auseinander gestellt werden. Blinde müssten den Tengelmann schon sehr gut kennen, um dort alleine und ohne Hilfe einkaufen zu können.

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In der Sparkasse stellten wir fest, dass sowohl die Bank- als auch die Geldautomaten zu hoch für Rollstuhlfahrer sind. Auch bei diesen Automaten gibt es keine Sprachsteuerung für Blinde und Sehbehinderte. Es gibt zwar wieder Blindenschrift auf den Tasten aber auch hier ist es für Blinde unmöglich den Touchscreen zu bedienen.

Am Connollyspielplatz ist der Kies unter den Schaukeln sowohl für Blinde als auch für Rollstuhlfahrer ein Problem. Ein Gummiboden unter den Schaukeln wäre für beide Gruppen gut.

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Bei unserer Schule gibt es einen Aufzug. Dieser funktioniert auch  🙂 . Allerdings gibt es keine Kennzeichnung der Tasten für Blinde und keine Ansage in welchem Stockwerk der Aufzug gerade hält. Gut ist, dass die Tasten im Aufzug für Rollstuhlfahrer gut zu erreichen sind.

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Als Letztes fiel uns auf, dass die Rampe von der Fußgängerebene runter zum den Studentenbungalows und zum OLY-Treff viel zu eng und zu steil für Rollstuhlfahrer ist. Ein Handlauf an der Rampe wäre für Rollstuhlfahrer hilfreich.

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Während den 2,5 Stunden Stadtteilcheck konnten wir zwar nur einen Teil des Olympischen Dorfes prüfen, aber dabei haben wir festgestellt, dass es im Olympischen Dorf, obwohl dieses als sehr behindertenfreundlich gilt, viele kleine und große Hindernisse für Menschen mit Behinderung gibt. Wir haben zusammen mit unserer Lehrerin Frau Auer-Hopfner und den Experten von „Herz und Rampen“ einen Brief an den Bezirksausschuss geschrieben, in dem wir die festgestellten Hindernisse dokumentiert haben.

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Der Stadtteilcheck hat uns viel Spaß gemacht und wir haben sehr viel über Menschen mit Behinderung(en) gelernt. Wir bedanken uns hiermit ganz herzlich beim Team von „Auf Herz und Rampen prüfen“ und beim Team vom OLY-Treff für den tollen und lehrreichen Stadtteilcheck.
Eure Klasse 3b aus der Grundschule Nadistraße 3

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