Stadtteilchecks mit den Nordstern KIDDIES

Am 13. und 14. März 2017 wurden wir im Rahmen einer Inklusionswoche bei den Nordstern KIDDIES begrüßt.Bereits während der Vorstellungsrunde von den Kindern und dem Herz & Rampen Team stellen die Kinder viele Fragen. Besonders spannend sind alle Themen rund um den Alltag von Menschen mit Einschränkungen.
Wie funktioniert das denn mit dem Essen, wenn ich meine Hände nur eingeschränkt bewegen kann? Kann ich überhaupt duschen, wenn ich im Rollstuhl sitze? Und wie meistere ich den Einkauf, wenn ich nichts sehen kann?

Das und vieles mehr wird von den Experten* und Expertinnen* in eigener Sache anschaulich und ausführlich beantwortet.
Unsere Experten* und Expertinnen* in eigener Sache sind an diesen beiden Tagen Geburtsblinde, Menschen mit einer erworbenen Sehbeeinträchtigung und Rollstuhlfahrende.

Auch als das Team Hilfsmittel, wie den Rollstuhl und den Blindenlangstock vorstellen und die richtige Handhabung erklären, sind die Kinder  sichtlich beeindruckt und voller Vorfreude auf den praktischen Teil des Checks.

In drei Gruppen aufgeteilt und von unserem inklusiven Team begleitet, ziehen die Kinder mit Rollstühlen, Blindenlangstöcken, Augenmasken und Sehbeeinträchtigungsbrillen los, um sowohl die Einrichtung als auch den Stadtteil zu erkunden.
Erste Probleme zeigen sich bereits beim Überqueren der Straße:

Wie kann ich den abgesenkten Bordstein im Rollstuhl sitzend und aus eigener Kraft überwinden? Und wie lange kann ich den Rollstuhl selbst anschieben, bevor meine Arme und Hände schmerzen?
Und wie finde ich blind sicher auf die andere Straßenseite ohne dabei die Orientierung zu verlieren? Und höre ich ankommende Autos auch früh genug, wenn ich sie nicht sehen kann?
Wie gut kann ich blind einschätzen welchen Weg ich schon zurückgelegt habe und wo ich mich gerade befinde?

Rückblick eines Kindes:

Auch der nahegelegene Spielplatz wird natürlich auf Barrierefreiheit überprüft und sehr schnell werden Schwierigkeiten bei der Benutzung festgestellt. Der Rollstuhl bleibt im Sand stecken und die Spielgeräte können ohne fremde Hilfe nicht erreicht und auch nicht benutzt werden.
Und blind ist es sehr schwierig sich ohne Leitlinien auf dem Spielplatz zurechtzufinden. Außerdem können Hindernisse auf Kopfhöhe, beispielsweise das Klettergerüst, nicht mit dem Blindenlangstock ertastet werden.

 

Während der gesamten praktischen Phase beantworten die Experten* und Expertinnen* in eigener Sache viele aufkommende Fragen und stehen den Kindern mit Rat und Tat zur Seite.

 

Als Tagesabschluss versammeln sich alle Kinder und das ganze Herz & Rampen Team. Nach diesem Tag voller Erfahrungen wollen die Kinder ihre Eindrücke loswerden und ein spannendes Gespräch über schöne Erlebnisse, aber auch über Schwierigkeiten entsteht.
Diese beiden Tage werden wohl alle Beteiligten als besondere Erfahrung begleiten.

Wir danken unserem Herz & Rampen Team, das solch einmalige Erlebnisse immer wieder möglich macht!

 

Hier noch einige Zitate der Hortkinder:
 

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