Kinder- und Jugendtreff Zeugnerhof

Richtig heiß war es, als sich am Freitagnachmittag, 11. Mai 2012, zwei kleine Gruppen von Kindern des Kinder- und Jugendtreffs Zeugnerhof und zwei der nahe gelegenen Horte in Berg am Laim aufmachten, um sich ihren Stadtteil mal aus einer anderen Perspektive anzuschauen.

2012_check_bergamlaim1 Etwas unsicher waren sie noch bei den ersten Versuchen, sich im Rollstuhl und mit dem Blindenlangstock fortzubewegen, doch die Mitarbeiter/innen des Projekts „Auf Herz und Rampen prüfen“ konnten mit ihren eigenen Erfahrungen als Menschen im Rollstuhl, Blinde und Sehbeeinträchtigte den Kindern über ihr eigenes Leben berichten und ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen, wenn sie mal nicht weiterwussten.

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Das pädagogische Ziel des Projekts, den Kindern einen Perspektivenwechsel zu ermöglichen, um sie für die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung zu sensibilisieren, steht dabei im Vordergrund. „Wie kann ich als Rollstuhlfahrer/in eigentlich im Sand fahren“, fragte ein Mädchen als wir uns dem Spielplatz an der Berg-am-Laim-Straße (zwischen Josephsburg- und Fehwiesenstraße) näherten. Nach mehreren Versuchen gaben die Kinder auf, im Sand vorwärtszukommen, ist fast unmöglich. „Wir können im Rollstuhl gar nicht mitspielen“, stellte die gesamte Gruppe fest und überlegte sich gemeinsam eine Lösung. Der Sand verhindert das Befahren der Spielflächen sowohl für Kinder als auch Eltern mit einem Rollstuhl. Möglich sind hier zum Beispiel andere Bodenbeläge, die sowohl den Ansprüchen der Fallsicherheit als auch allen Menschen genügen. Ebenso ist es wünschenswert, mindestens ein rollstuhlgerechtes Spielgerät mit entsprechender Unterlage auszusuchen, die für jede/n benutzbar sind.

2012_check_bergamlaim3Eine weitere Stelle die den Kinder auffiel, ist die Kreuzung Berg-am-Laim- / Schlüsselberg- / Weihenstephaner Str. hier ist die Ampel zwar mit einem taktilen Signal ausgestattet, jedoch ist auf Grund der Größe der Kreuzung und des erhöhten Verkehrsaufkommen die Ampel für blinde Menschen nur sehr schwer aufzufinden. Hier wäre es erforderlich, die Ampelanlage mit einem taktil-akustischen Signal nachzurüsten, um auch Blinden ein sicheres Überqueren der Straße zu gewährleisten. Alle Stellen die in Berg am Laim nicht barrierefrei sind, wurden sehr sorgfältig von den Kindern notiert, so dass diese mit einem gemeinsam geschriebenen Brief an den zuständigen Bezirksausschuss weitergeleitet werden können. So möchten die Kinder bewirken, dass ihre Verbesserungsvorschläge umgesetzt werden, um Menschen mit einer Beeinträchtigung das Leben zu erleichtern. Trotz der Hitze hatten die Kinder sichtlichen Spaß beim Stadtteilcheck mit „Auf Herz und Rampen prüfen“ und gingen mit vielen neuen Erfahrungen ins Wochenende. Am darauffolgenden Mittwoch haben sich drei Mitarbeiterinnen des Projekts noch einmal mit den Kindern zusammengesetzt, um gemeinsam über die Erlebnisse zu sprechen und der jeweils anderen Gruppe ihre Ergebnisse mittzuteilen. Auch da kamen noch einmal sehr viele Fragen von den Kindern, die natürlich alle geduldig beantwortet wurden. So werden sie bestimmt noch lange an das Projekt denken und ihre neu gewonnenen Erkenntnisse mit in ihren Alltag übernehmen.

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