Städtische Werner-von-Siemens-Realschule

„Wie erkennt eine blinde Person an der Ampel, ob es rot oder grün ist?“ – Diese und viele weitere Fragen stellten sich die Schülerinnen und Schüler der Klasse 5a der Städt. Werner-von-Siemens-Realschule, als sie sich am 11. Juli 2012 mit zwei Lehrkräften und den engagierten Begleiter/inne/n des Projekts „Stadtteilcheck – Auf Herz und Rampen prüfen“ des Kreisjugendring München-Stadt auf den Weg machten und das Gelände rund um das Schulzentrum Quiddestraße vier Stunden lang erkundeten.

Drei Gruppen mit je 9 Kindern wurden von jeweils einem/einer Blinden oder Sehbeeinträchtigten sowie einer Rollstuhlfahrerin begleitet. Die Kinder sollten im Wechsel blind (mit Blindenstock), sehbeeinträchtigt und im Rollstuhl ihr Viertel erfahren und auf Barrierefreiheit testen: z.B. einkaufen in einem Supermarkt (Wie erkenne ich Geld? Wie komme ich an die Ware in den Regalen oder in der Tiefkühltruhe?) oder im „Life-Center”, Straßenkreuzungen überqueren, Post in den Briefkasten an der Emil-Nolde-Straße einwerfen, was gar nicht so leicht war, d

a er viel zu hoch angebracht ist.

Auch das Telefonieren aus der Telefonzelle am Karl-Marx-Ring (zwischen Heinrich-Wieland- und Kurt-Eisner-Straße) ist aufgrund zweier aufeinanderfolgenden Schwellen für Rollstuhlfahrer/innen nicht nutzbar. Genau diese Stelle wurde vor einem Jahr schon von Kindern und Jugendlichen mit dem Projekt „Auf Herz und Rampen prüfen“ getestet und beanstandet, aber bis heute ist noch nichts passiert!

„Kann ich eigentlich im Rollstuhl in

meiner Schule überall hinkommen?“ – Am Ende war das eine sehr wichtige Frage für die Schülerinnen und Schüler. Somit wurde auch das Schulzentrum auf Herz und Rampen geprüft. Doch schon an der Eingangstüre scheiterten die Kinder und stellten fest, dass sie ohne fremde Hilfe nicht einmal die Türen öffnen könnten, da diese viel zu schwer sind. Auch die „Rampen“ in der Schule waren für die Kinder ein Aha-Erlebnis, da die Steigung so steil ist, dass sie mit dem Rollstuhl nicht einmal in die Pausenhalle fahren könnten. Trotzdem ist das Schulzentrum größtenteils barrierefrei gestaltet und könnte durchaus Kinder mit Handicap aufnehmen.

Alles in allem ein sehr interessantes und wichtiges Erlebnis für die Kinder der Klasse 5a und ihre Lehrerinnen! In Zukunft wissen die Kinder viel besser, wie und wann sie einer gehandicapten Person helfen können. Und dass behinderte Menschen genauso ihr Leben führen wie alle anderen auch!

Deshalb ist es aus der Sicht aller Beteiligten sehr wichtig, dass dieses Projekt weitergeführt wird und noch in vielen Klassen der Perspektivenwechsel erfahren werden kann – ein wichtiger Beitrag zur Inklusion!

Das Projekt „Auf Herz und Rampen prüfen“ des Kreisjugendring München-Stadt ermöglicht seit 2009 Kindern und Jugendlichen aus Münchner Schulen und Einrichtungen aller Stadtviertel intensive Einblicke in das Leben von Menschen mit Behinderung. Die Förderung durch die Landeshauptstadt München ermöglicht eine kostenlose Teilnahme.

 

 

 

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