St.-Anna-Gymnasium

Am Donnerstag, den 23. Juli 2009 wurde das Lehel auf Herz und Rampen geprüft.
13 Kinder des St.-Anna-Gymnasiums machten sich im Rahmen eines Projekttags mit Rollstühlen, Augenbinden und Blindenlangstöcken auf den Weg, um ihren Stadtteil auf Barrierefreiheit zu testen: Welche baulichen Gegebenheiten sind förderlich (z.B. Rampen, taktile Signale) und welche hinderlich (z.B. Stufen, großes Kopfsteinpflaster).

Gleich zu Beginn erlebten die Kinder die ersten Barrieren, als sie versuchten, über das Kopfsteinpflaster auf dem St.-Anna-Platz zu kommen. So manch einer blieb mit dem Rollstuhl oder dem Blindenlangstock in den breiten Fugen hängen. Besonders schwierig und oftmals ohne Hilfe unüberwindbar sind die vielen Stufen im Lehel an Gebäuden, z.B. bei der Sparkasse in der Wagmüllerstraße oder beim Zugang zum Briefmarkenautomaten in der Unsöldstraße, aber auch die nicht abgesenkten Bordsteinen, z.B. Widenmayerstraße Ecke Maximilianstraße. „Solche Stufen sind sehr schwer zu überwinden und das Kippen kann ziemlich ins Auge gehen.“, stellte ein Junge fest, der sich für den Check in den Rollstuhl gesetzt hatte.

2009_check_lehel1Besonders schwierig war es auch für die Kinder mit Augenbinde oder Simulationsbrille, die nichts oder kaum etwas sehen konnten, denn keine der getesteten Ampeln im Lehel ist mit einem taktilen Signal ausgestattet. Vor allem an großen Kreuzungen und stark befahrenen Straßen sind diese jedoch dringend nötig, z.B. an der Ampel Maximilianstraße Ecke Widenmayerstraße.

Beim Einkaufen im Tengelmann in der Triftstraße und im Tengelmann in der Christophstraße trafen die Kinder auf sehr freundliche Mitarbeiter/innen, die ihre Hilfe anboten und Auskunft gaben. Anders war es jedoch in einem Schreibwarengeschäft im Stadtteil, wo die Kinder mit der Aussage „Da passt ihr sowieso nicht rein.“ empfangen wurden.2009_check_lehel2

„Ziel von ‚Auf Herz und Rampen prüfen’ ist es, die Teilnehmenden eines Stadtteilchecks für die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung(en) nachhaltig zu sensibilisieren.“, sagt Projektleiterin Marie-Luise Hess. „Wie wichtig dies ist, erleben wir bei jedem Stadtteilcheck.“

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