Grundschule Knappertsbuschstraße

Am 3. Juli 2013 hat die Grundschule Knappertsbuschstraße ihre Umgebung mit „Auf Herz & Rampen prüfen“ auf Barrierefreiheit getestet. Die Klasse wurde in drei Gruppen eingeteilt und hat drei verschiedene Routen im Stadtteil getestet. Mit Rollstühlen, Blindenstöcken und Simulationsbrillen haben sich die Schüler auf den Weg gemacht. Begleitet wurden alle Gruppen von unseren ehrenamtlichen Rollstuhlfahrern und/oder Blinden, die den Kindern so einen Einblick in ihre tägliche Welt liefern und mit Tipps und Rat zur Seite stehen.

Die erste Gruppe hat herausgefunden, dass bei der Ecke Bruno-Walter-Ring und Knappertsbuschstraße die Kleidercontainer für Menschen im Rollstuhl zu hoch sind. So können sie keine Kleider spenden. An selber Stelle haben die Schüler bemerkt, dass der Briefkastenschlitz für Menschen im Rollstuhl zu hoch ist und sie daher keine Briefe einwerfen können. Bei der Sparkasse gab es für Rollstuhlfahrende ebenfalls das Problem der Höhe. Der Schalter war zu hoch angebracht, als dass sie am Geldautomaten Geld abheben konnten. Für die Blinden bestand die Schwierigkeit beim Geldautomaten darin, dass er nicht sprachgesteuert ist und das Geldabheben somit erschwert wird.

Bei der Kreuzung Freischützstraße/Robert-Heger Straße habe die Kinder mit einer Augenbinde und Blindenstock nicht erkenne können, ob die Ampel rot oder grün ist, das diese Ampel nicht Blindengerecht ist.

Gruppe zwei bemängelt zum einen die Höhe der Zeitungsständer in der Knappertsbuschstraße, zum anderen bleiben die Deckel beim Aufklappen der Zeitungsständer nicht oben, sodass Menschen im Rollstuhl zwar eine Zeitung herausnehmen, aber nur unter größter Anstrengung. Die Gruppe hat die Roller und Motorräder auf den Gehwegen als störend empfunden und wünschen sich daher, dass diese dort nicht mehr stehen sollen. Für blinde Menschen konnte es auch bei dieser Route an der Straße gefährlich werden: Die Ampelphase ist zu kurz und es gibt kein Orientierungssignal. Diese Gruppe hat den Glascontainer in der Robert-Heger Straße gecheckt und musste leider feststellen, dass Rollstuhlfahrer/innen nicht an die Einwurflöcher kommen und schlagen daher vor, dass das Loch weiter unten angebracht wird. Blinde wissen dagegen nicht, welcher Wertstoff wo eingeworfen werden gehört. Daher sollen die Wertstoffe und Glasfarben in Blindenschrift auf den Containern eine Hilfe bieten.

Auch in der dritten Gruppe gab es Probleme mit den Ampeln. Hier konnte ebenfalls keiner der blinden Schüler eine rote oder grüne Ampel erkennen. Ebenfalls gab es das Glascontainer- und Zeitungskastenproblem wie in der zweiten Gruppe.

Diese Gruppe hat Penny auf seine Barrierefreiheit getestet und hat folgendes festgestellt: Auf dem Boden stehen Flaschen lose herum und Kartons versperren Menschen im Rollstuhl den Weg. Bei REWE waren es lediglich die Angebote direkt an der Kasse, die nicht erreichbar waren.

Oft wurde festgestellt, dass die Bordsteine zu hoch sind und keine 3cm abgesenkt wurden. Das Absenken erleichtert nicht nur Rollstuhlfahrenden das auf bzw. abfahren der Gehwege, sondern nimmt den Blinden eine Stolperfalle im Straßenverkehr.

Bei der Bushaltestelle Stegmühlstraße haben die Sehbeeinträchtigten feststellen müssen, dass sie den Fahrplan nicht lesen können. Gruppe drei hat ebenfalls bemerkt, dass die Ampeln an der Stegmühlstraße und Freischützstraße nicht Blindengerecht sind.

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