Hauptschule Toni-Pfülf-Straße

Fünfzehn Jugendliche der Hauptschule Toni-Pfülf-Straße in Feldmoching testeten am 22. April 2010  zusammen mit dem Freizeittreff Lerchenauer ihr Stadtviertel auf Barrierefreiheit.

An einem extra Vorbereitungstag konnten die Jugendlichen bereits einige Mitarbeiter/innen des Projekts kennenlernen und alle Fragen stellen, die sie beschäftigten; eine Möglichkeit, die sich nicht so oft bietet.

2010_check_feldmoching1  Nach diesem ersten Eintauchen in die Lebenswelt von Menschen mit Behinderung war es dann so weit, selbst die Hilfsmittel auszuprobieren und die direkte Umgebung der Schule und des Jugendtreffs genauer unter die Lupe zu nehmen. Bereits im Vorfeld stellten die Jugendlichen fest, dass Menschen im Rollstuhl die Hauptschule nicht besuchen können, denn alle Klassenzimmer sind ausschließlich über Treppen zu erreichen.

2010_check_feldmoching3Aufgeteilt in drei Kleingruppen wurden beim Stadtteilcheck Einrichtungen wie Supermärkte, Banken und Postfilialen getestet und die Umgebung inspiziert. Im öffentlichen Raum erlebten die Teilnehmenden einige Barrieren, die nur schwer oder gar nicht überwindbar waren. Gewünscht hätten sich die Jugendlichen z.B. eine Ampelanlage an der Kreuzung Lassallestraße / Franz-Fackler-Straße, da diese an einigen Punkten nur sehr schwer einsehbar ist, jedoch durch die Bushaltestellen stark frequentiert ist – von Autos und Fußgänger/innen.

Weitere Schwierigkeiten waren die komplett abgeflachten Bordsteine in der Max-Wönner-Straße Ecke Lassallestraße. Zwar sind diese für viele Personengruppen von großem Vorteil, z.B. für Menschen im Rollstuhl, Menschen mit Rollator und Kinderwagenbenutzer/innen, jedoch können andere – z.B. Blinde und Sehbeeinträchtigte – ohne einen deutlich spürbaren Höhenunterschied (3 cm) die Begrenzung von Straße zu Gehweg nicht unterscheiden.2010_check_feldmoching2
Begeistert waren die Stadtteilchecker/innen von den meisten der getesteten Einrichtungen. So gibt es z.B. im Penny in der Hans-Böckler-Straße Ecke Franz-Fackler-Straße eine besonders breite Kasse mit extra Rollstuhlaufkleber, damit diese nicht erst im Selbstversuch ausfindig gemacht werden muss. Auch im Prima-Markt in der Gustav-Schiefer-Straße konnten die Rollstuhlfahrenden mit Hilfe einer breit gebauten Rampe selbständig den Markt betreten und alle Gänge benutzen. Für Blinde wäre es jedoch hilfreich, wenn der Handlauf an der Rampe durchgehend gebaut wäre, um sich bis zum Eingang orientieren zu können. Nach dem spannenden und erlebnisreichen Stadtteilcheck, der für manche Jugendliche sogar eine kurze Fahrt im elektrischen Rollstuhl einer Mitarbeiterin des Projekts beinhaltete, erzählten die Teilnehmer/innen glücklich von ihren Erlebnissen und wären am liebsten noch länger unterwegs gewesen.Um die erlebten Missstände im öffentlichen Raum zu beheben und dadurch Veränderungen anzustoßen, werden diese an den BA 24 weitergegeben.

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